„Spannendes“ aus dem Wasserkraftwerk Heimbach [Horrem]

 

Bericht: Jutta Syberberg

Ursprünglich wollten wir schon im Spätherbst unser Projekt „Führung im Wasserkraftwerk Heimbach“ in die Tat umsetzen, aber gerade zu jenem Zeitpunkt hatte bereits die Winterpause begonnen und das dekorative Jugendstilgebäude in Heimbach war nur von außen zu bewundern.
Der dann für Mai angepeilte Besuch mit Führung -alles war geplant und arrangiert- drohte dann kurzfristig wegen des angekündigten 50-Stunden-Bahnstreiks doch noch zu kippen. Quasi in letzter Minute hat es unser Organisationsboss Gernot aber wohl doch noch geschafft, die Eisenbahner von der Unsinnigkeit ihres Streikvorhabens zu überzeugen und der DB den Dauerverlust von ca. 16 Kunden anzudrohen.


Sein Deal mit dem Wettergott hingegen bescherte uns zwar nicht das gewünschte Mai- aber immerhin auch kein Regenwetter, so dass wir uns, gut gelaunt und reiselustig, wie geplant am 16.5. auf den Weg machen konnten!
Ab Horrem ging es über Düren weiter bis nach Heimbach. Von dort aus gelangte man entweder mit der Bimmelbahn, auch „Rursee-Bahn“ genannt, auch oder per pedes zum idyllisch am Fuße des Kermeters und in der Nähe des Rurstaubeckens gelegenen Wasserkraftwerk Heimbach.
Dieses soll wohl als Deutschland schönstes Jugendstil-Kraftwerk gelten und ist nicht nur immer noch ein wichtiger Energielieferant, sondern beherbergt darüber hinaus ein (kleineres?) Industriemuseum.
Darüber hinaus liefert die Maschinenhalle optisch und akkustisch das perfekte Ambiente für eine regelmäßig stattfindende, einwöchige Kammerkonzertreihe mit dem (m.E.) genialen Titel „Spannungen“.
Aber erst mal zur angekündigten Führung durch dieses beeindruckende Ambiente! Unser „Museumsführer“ gab uns viele bemerkenswerte Informationen über die Geschichte, die Funktion und den Betrieb des 1905 eröffneten Wasserkraftwerks, welches zwar an der Rur liegt, aber im Verbund mit der Urfttalsperre gebaut wurde und sein Wasser aus der Urft bezieht und noch lange nach seiner Einweihung als das größte Speicher-Wasserkraftwerk Europas angesehen wurde.
Interessant war aber auch die Ausstellung im Industriemuseum, da viele der hier dargestellten Exponate ein höheres „Nostalgiepotential“ haben! Haushaltsgeräte Zubehör: der alte Eisschrank, (der wirklich noch einer war) der Waschzuber, das Waschbrett und die Wäschepresse -damals war ein Waschtag noch tatsächlich ein solcher- dekorative alte Küchenöfen, eine Heißmangel, die ersten Toaster, der erste Fön, usw. usw. Alte Werbeplakate erinnern natürlich daran, wessen Leben hier durch diese Kostbarkeiten erheblich erleichtert werden sollten: der einzige Mann auf einem Plakat war der Weihnachtsmann, der den Mixer oder den Rührstab für die Hausfrau auspackt!
Aber auch im gut erhaltenen Büro des langjährigen Betriebsleiters geht es nostalgisch zu: alte Glühlampen, Wählscheibentelefongeräte mit „Stöpselverbindung“, Rechen- und Buchungsmaschinen, ein Fernschreiber...... alles mit hohem Wiedererkennungswert :-).
Alles in allem waren Führung und Ausstellung sehr sehenswert und informativ!
Nur schade, dass die Anreise per ÖVP vielleicht doch ein wenig zu umständlich bzw. sogar unmöglich ist, um eins dieser (abendlich stattfindenden) Konzerte zu hören, die in diesem Jahr zwischen dem 18.6. und dem 25.6. stattfinden, aber vielleicht findet sich ja noch eine Lösung!

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