Liebe Netzwerker*innen im gesamten Stadtgebiet


viele von euch haben sicherlich schon aus Radio, TV und Presse davon gehört, dass das Erzbistum Köln 7 Vertragsbüchereien bis 2023 schließen wird. Im angehängten und eingefügten Artikel steht die Begründung des Erzbistums. Dazu ein Artikel aus dem KSTA mit weiteren interessanten Details, die ein anderes Licht auf die Situation wirft.

Bei mir hat diese Tatsache Besorgnis und Empörung hervorgerufen. Besorgnis, da unsere Stadtbücherei St. Martinus Kerpen davon betroffen ist, mit der wir seit Anbeginn des Netzwerks 55plus eine kreative und erfolgreiche Zusammenarbeit aufgebaut haben. Die Begleitung von Kinder und Senioren/Seniorinnen von über 80 Vorlese- und Lernpaten- und Patinnen ist daraus in den Jahren gewachsen.

BSchließung Bücherei Evangelischer Kindergartenesorgnis, dass diese Sparmaßnahmen erst der Anfang ist. Noch werden die ehrenamtlichen geführten KÖBs als Ersatz genannt. Aber auch da gibt es Gelder zu sparen. Angefangen hat dies auch schon, denn Dankeskultur für das Ehrenamt ist hier weitestgehend zurückgefahren.

Besorgnis darüber, dass, wenn man noch weiter schaut, auch noch Bildungseinrichtungen reduziert oder geschlossen werden, mit denen wir im Netzwerk 55plus zusammenarbeiten und die unsere Arbeit unterstützen.

Empört über die Art und Weise, wie dieser Beschluss ohne Einbeziehung der Öffentlichkeit oder der Vertragsbüchereien gefasst wurde.

Empört, dass das Erzbistum die sinkenden Einnahmen der Kirchensteuer vorschiebt…eine solche Aktion aber eher das Vertrauen in Kirche schwanken lässt und weitere Austritte folgen.

Empört, dass das Erzbistum eine gut laufende, moderne aktuelle Bücherei schließt, Bildungsangebote und kulturelle Angebote für Jung und Alt ersatzlos einstellt.

Ich würde mich sehr freuen, eure Meinung dazu zu hören.Im Unterstützungsteam werden wir uns weitere Gedanken dazu machen und euch auf dem Laufenden halten Ich würde mich freuen, wenn das Netzwerk 55plus zu dieser Angelegenheit eine Position bezieht und aktiv wird, es nicht einfach hinnimmt, was das Erzbistum sich ausdenkt. Mal sehen, ob Netzwerk auch hier funktioniert. Danke für eure Aufmerksamkeit.

Bleibt gesund und zuversichtlich…wir sehen uns bald wieder
Eure Birgit

Hier findet Ihr eine Unterschriftenliste zum Erhalt der Stadtbücherei St. Martinus Kerpen. Ihr könnt die Liste gerne ausdrucken und selbständig Unterschriften sammeln oder die Liste auslegen. Wer keinen Drucker hat, sage mir bitte Bescheid, ich drucke gerne aus.

Danke für eure Unterstützung.

Eure Birgit

 

Medienberichte zum Thema

KOBs im Erzbistum Köln (Erzbistum Köln)

Erzbistum dreht den Geldhahn zu (Kölner Stadtanzeiger)

Stadtbibliothek soll erhalten bleiben (Kölner Stadtanzeiger)

Verträge überdenken (Leserbrief Barbara Renneberg)

 

Infos und Meinungen zu diesem Thema

 

Martinusschule - Bief an den Bürgermeister

 

Mail von Gerhard Schäfer

Von: Gerhard Schaefer <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;
Gesendet: Dienstag, 29. Juni 2021 08:21
An: Große-Wächter Birgit <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;
Betreff: Aw: Schließung von Vertragsbücherein - hier St. Martinus Kerpen

Liebe Birgit,

auch ich bin bestürzt und verärgert über die Vorgehensweise des Erzbistum Köln. Die Kirche erfüllt mit Schließung von Büchereien nicht mehr ihren Bildungsaufttrag:freien Zugang zu vielfältigen Informationen aus Politik, Wirtschaft und Kultur.Es kann der Kirche nicht gleichgültig sein, ob diese Voraussetzungen geschaffen werden oder nicht. Ihre Glaubwürdigkeit verlangt, dass sie durch eigene Leistungen dazu beiträgt. Hier ein paar Gründe, wie wichtig eine Bücherei für die Gemeinschaft darstellt und daher unbedingt erhalten bleiben soll.


Eine Bücherei ist ein Ort der Begegnung, Partner für die Gemeinschaft in der Gemeinde.
Eine Bücherei leistet einen wichtigen Beitrag zum Bildungsauftrag.
Eine Bücherei macht ein Angebot zur sinnvollen Freizeitgestaltung.
Die Bücherei ist - mehr als Bücher- .
Die Bücherei hilft in Lebenskrisen.
Die Bücherei- Nahtstelle zur Kultur unserer Zeit.
Die Bücherei ein Stück Chancengleichheit.
Die Bücherei - ein Angebot statt isolierter Einzelinformationen, Zusammenhänge und Hintergründe zu erkennen.

Hoffe ein wenig dazu beigetragen zu haben, dass so eine wertvolle Einrichtung erhalten bleibt.

Liebe Grüße und bleib gesund

Gerd

 

Mail Margret Franzen vom 29. Juni 2021


Von: Margret Franzen <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;
Gesendet: Dienstag, 29. Juni 2021 12:45
An: Große-Wächter Birgit <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;
Betreff: Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger

Hallo Birgit,

über den Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger " Erzbistum dreht den Geldhahn zu " habe ich mich sehr aufgeregt. Wir alle haben doch schon die Stadtbücherei St. Martinus aufgesucht. Und jetzt soll das vorbei sein. Also ich bin begeisterte Netzwerkerin und ich bitte dich doch bei den anderen Netzwerkern nach zu fragen, ob wir das so stehen lassen sollen. Vielleicht, dass man eine Online-Unterschriften-Aktion macht, weil, so können wir das nicht stehenlassen. Wie viele Kinder, Enkelkinder, Kitas und Schulen haben die Bücherei besucht, aufgesucht und gefragt. Selbst nicht deutschsprachigen Kindern wurde ganz einfachgeholfen. Ein engagiertes Personal findet man nicht wieder, egal ob ehrenamtlich oder angestellt.

Es geht uns soviel Kunst, Kultur, Bildung und Förderung verloren, das wäre einfach zu schade wenn es zu einem AUS käme. Wir leben seit über 20 Jahren in Kerpen. Für uns ist die Bücherei ein fester Bestandteil unseres Lebens. Die Möglichkeit an vielen Kursen teilzunehmen habe ich und viele andere wahrgenommen. Noch vor10 Tagen wurde ein Online-Kurs für Lese- und Lernpaten angeboten. Viele Teilnehmer/innen haben daran teilgenommen. Können wir nicht als Netzwerk 55 plus eine Unterstützung bieten, die es möglich macht, das 2023 die Stadtbücherei St. Martinus bleibt.

Ich danke Dir und Euch,
Viele Grüße
Margret Franzen

 

Mail von Herma Müllenmeister

Liebe Birgit,

…finde ich deinen Vorschlag, das Thema heute in der NW Versammlung zu diskutieren gut. Vorab möchte ich schon mal meine Meinung kundtun: Ich bin dafür das wir uns positionieren und gegen die Schließung der Stadtbücherei protestieren.


Wir können durchaus etwas bewirken - in welcher Form auch immer. Und wenn es nur dazu dient, die Stadt dazu aufzufordern bzw. anzuregen, über andere Finanzierungsmöglichkeiten nachzudenken. Wir müssen laut werden, damit die Stadt merkt, wie wichtig es uns ist, die Stadtbücherei zu erhalten.

Herma

 

Mail von Monika Severin

Liebe Birgit,

die Geschichte macht nachhaltig betroffen! Gestern ist mir eine Idee gekommen, eine Menschenkette zu bilden, Vielleicht auch mit den Schulen, Senioren, Behinderten zusammen...Von der Stadtbibliothek bis zum Rathaus. Wenn viele Menschen mitmachen auch in Schlaufen... Dazu braucht man sicher die polizeiliche Absicherung, und muss sicher angemeldet werden? Am Rathaus könnten dann auch einige Stehtische aufgestellt werden, für die Unterschriftenseiten...Möglicherweise lässt sich der ein oder andere Politiker darauf ein, etwas zu der Lage zu sagen? Presse sollte auch informiert werden.

LG und ein schönes Wochenende
Monika

 

Sibille Latz schrieb:

Die Gedanken Hermas würde ich unterstützen, ebenfalls , wie im Stadt-Anzeiger angeregt wird, einen Förderverein zu gründen. Da wär ich dabei!

Liebe Grüße
Sibille

 

 Leserbrief von Karin Ochs

Sehr geehrtes Team,

als langjährige Abonnentin des Kölner Stadtanzeigers bin ich verärgert, dass so oft fehlerhafte Meldungen, Termine werden veröffentlicht, die längst vorbei sind, Namen werden falsch angezeigt. Im heutigen Artikel ( siehe oben ) ist der Name der Leiterin der Stadtbücherei St. Martinus, falsch!!!! Die Dame heißt Kratz und nicht Karts. Frau Kratz leitet mit viel Einsatz, Herzblut und Kompetenz mit ihren Mitstreitern/innen diese Bücherei. Diese engagierten Leute dürfen nicht vor dem AUS stehen. Können oder müssen wir uns nicht alle wehren, dass solche Mittelpunkte der Bildung geschlossen werden?!


Artikel wie heute, Kinder besuchen die Bücherei, erhalten von Frau Kratz, bibfit-Urkunden, wird es nicht mehr geben. Die Damen und Herren, die solche Schließungen veranlassen wollen, mögen einmal eine derartige Veranstaltung vor Ort besuchen.+++ dann urteilen. Bitte helfen Sie als Sprachrohr der Bürger mit, dass sich viele Mitmenschen gegen eine Schließung der Bücherei St. Martinus, und ANDERE; einbringen können.

Mit freundlichen Grüßen
Karin Ochs

 

Brief von Wilfried Schwarz

Wilfried Schwarz
Brunnenstraße 72
53332 Bornheim-Roisdorf


Generalvikariat des Erzbistums Köln
Herrn Dr. Markus Hofmann

Betr.: Leserbrief zu Ausgabe 25/2021 der Kirchenzeitung

Sehr geehrter Herr Dr. Markus Hofmann,

als regelmäßiger Leser der Kirchenzeitung sind mir diesmal zwei Artikel aufgefallen, die – gerade in der Zusammenschau – leider wieder einmal einen äußerst betrüblichen Eindruck bezüglich der realitäts- und Kirchenvolksferne der Kirchenverwaltungsleute im Kölner Generalvikariat hinterlassen, und mich dazu bewogen haben, mich mit einen Leserbrief zu Wort zu melden. Fairerweise möchte ich meinen Artikel nicht nur der Presse zukommen lassen, sondern auch Sie als Generalvikar hiervon in Kenntnis setzen.

Zum einen befindet sich auf Seite 8 der Artikel „Erzbistum beendet finanzielle Förderung von Vertragsbüchereien“, in dem kirchlicherseits das „Aus“ für insgesamt sieben professionell geführte gemeinschaftliche Büchereien von Kirchen- und Zivilgemeinde verkündet wird.

  • Die erste Frage die sich mir dazu aufdrängt: War nicht gerade jetzt in Corona-Zeiten immer wieder von Digital- und Medienkompetenz die Rede, die Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen vermittelt werden muss? Und kümmern sich nicht gerade die Büchereien, beginnend mit „Bibfit“ in den Abschlussjahrgängen der Kindergärten und Klassenführungen mit Grundschulkindern, schon seit langem um eine kindgerechte Einführung in die Bücher-(Medien-) Welt? Von der benachbarten Alfterer Bücherei – die von diesem „Aus-Plan“ mit betroffen ist – weiß ich das nicht nur dies geleistet wird, dort haben schon vor Jahren auch für Senioren verschiedene Computerkurse entsprechende Kenntnisse (insbesondere Internet und eMail sowie Text- und Bildbearbeitungsprogramme) vermittelt.
  • Angeblich gingen der Entscheidung „intensive Analyse und ausführliche Beratungen“ voraus, doch hat jemand aus Köln zuvor wirklich seinen Fuß in die betroffenen Büchereien gesetzt und vor Ort einfach mal geschaut (und mit den dort Beschäftigten beredet), was dort alles geleistet wird? Ich vermute eher das hier am sprichwörtlichen „grünen Tisch“ in schlechtester „McKinsey“-Art Rationalisierungs-Planspiele veranstaltet worden sind.
  • Laut den mir vorliegenden Informationen besteht in NRW keine Pflichtaufgabe der Kommunen, eine Bücherei zu unterhalten, Ihre diesbezüglichen Angaben sind daher nicht korrekt und führen den Leser in die Irre.
  • Als Alternative für eine Fortführung der Büchereien wird unter anderem als Option vorgeschlagen, diese (Zitat:) „in ehrenamtlich geführte KÖB's umzuwandeln“. Bestens ausgebildete Diplom-Bibliothekare – für die dies ja nicht (nur) Hobby ist, sondern vor allem Erwerbsarbeit zum Verdienst des Lebensunterhalts – sollen also ihren Beruf aufgeben und von der sprichwörtlichen „Luft und Liebe“ leben? Diese Realsatire lässt sich natürlich idealerweise ausweiten auf alle hauptberuflich im Generalvikariat tätigen Sachbearbeiter und Leiter, und wenn wir schon dabei sind warum arbeiten Priester und Diakone nicht auch ausschließlich auf ehrenamtlicher Basis?

Blättert man dann weiter in der Kirchenzeitung, kommt auf Seite 16 ein Bericht, der – wie Eingangs erwähnt gerade in der Zusammenschau mit vorgenannter Sparmaßnahme – dem Faß den sprichwörtlichen Boden ausschlägt: (Untertitel:) „Kölner Hochschule für Katholische Theologie ist eine neue Stimme am rheinischen Hochschulort“. Das Erzbistum Köln hat also genügend Finanzmittel, um – zusätzlich zu den bereits bestehenden Einrichtungen dieser Art in eigener Trägerschaft – die defizitäre Philosophisch-Theolgische Hochschule der Steyler Missionare zu übernehmen. Sie baut dafür – mit ungenannten Beträgen – in Lindenthal einen (Zitat:) „neuen Hochschulstandort“, und am hauptberuflichen Personal, angefangen beim Rektor und (Zitat:) „ersten weiteren Wissenschaftlern“ muss hierfür offensichtlich auch nicht gespart werden.

Stehen denn nun auf einmal so viele Priesteramtskandidaten bereit, das die vorhandenen Einrichtungen völlig überlaufen wären und eine neue Hochschule erforderlich ist?

Ich bin über das offensichtliche „Elite-Denken“ im Erzbistum einfach nur entsetzt!

Mit freundlichen Grüßen
W. Schwarz